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Konflikte im Projekt und insbesondere auf der Baustelle stellen für alle am Bau Beteiligten eine der zahlreichen täglichen Herausforderungen dar. Ob zwischen ausführenden Firmen und der Bauherrenvertretung, zwischen Fachplanern und Architekten, dem Investor und der Projektsteuerung ... Streitigkeiten sorgen für Unruhe und blockieren das eigentliche Ziel - den gemeinsamen Erfolg des Bauprojekts.

Häufig werden derartige Streitigkeiten vor Gericht ausgetragen, Verhandlungen verlaufen über viele Jahre und Instanzen, kosten die Streitparteien Geld und vor allem Nerven. Mit Hilfe eines Mediationsverfahrens kann einer derartigen Situation entgegengewirkt und eine außergerichtliche Einigung erzielt werden. 

Ausgebildete Mediatoren leiten die Teilnehmer einer Mediation dazu an, gemeinsam rechtsverbindliche und nachhaltige Lösungen zu erarbeiten, in denen die Interessen der beteiligten Streitparteien gleichermaßen berücksichtigt werden. Hierzu bedient sich der Mediator unterschiedlicher Techniken, wie der Verhandlung nach dem Harvard-Konzept, dem aktiven Zuhören, der positiven Handlungsansprache, Frage- und Kreativtechniken sowie dem Perspektivwechsel. Ohne Entscheidungen vorzugeben, führt der Mediator zielgerichtet durch das Verfahren und achtet auf eine faire Kommunikation. Außerdem dokumentiert der Mediator den Verlauf und die Ergebnisse der Mediation. Grundvoraussetzung für eine Übereinkunft ist natürlich stets die Bereitschaft der am Konflikt beteiligten Parteien zur Einigung.

pbr hat die Vorteile der Mediation, sowohl für interne als auch externe Zwecke, erkannt und bildet deshalb ausgewählte Mitarbeiter zu Mediatoren aus. Bei Bedarf helfen sie, interne Spannungen zu lösen, können aber auch darauf hinwirken, dass externe Konflikte eine außergerichtliche Einigung erfahren.

 

 

Dipl.-Ing. Architekt Michael Riedel
zertifizierter Bau-Mediator (ZMediatAusbV)
Telefon  +49 541 9412 197
E-Mail    riedel.michael@pbr.de


Sie haben Fragen zum Umgang mit Konflikten oder benötigen einen Mediator? Dann wenden Sie sich gerne direkt an Michael Riedel.

Vorträge

  • Konfliktprävention im Büroalltag, Sputnik GmbH, Münster, 03/2019
  • Konflikte in Großprojekten meistern, Hochschule Ruhr-West, Fachbereich Bauökonomie, 05/2017
  • Bau-Mediation, Phasen und Werkzeuge, BDB/VDI Wuppertal, 03/2017
  • Realisierung eines Großprojektes, FLI-Riems, BDB/VDI Wuppertal, 09/2013

Phase 1 - Auftragsklärung

In dieser Phase wird der Mediationsvertrag besprochen und unterzeichnet. Der Mediator verständigt sich mit den beteiligten Parteien auf ein gemeinsames Ziel für die Mediation.

Phase 2 - Themensammlung

Die Medianten schildern ihre Sichtweise auf den Konflikt. Der Mediator fasst die unterschiedlichen Aspekte und Themen zusammen. Gemeinsamkeiten und Differenze werden festgestellt und Prioritäten für die weitere Bearbeitung festgelegt.

Phase 3 - Interessenklärung

Die Medianten werden in dieser Phase vom Mediator darin unterstützt, die Interessen hinter ihren Positionen zu erkennen. Auf diese Weise wird es für beide Parteien einfacher, Verständnis für die Sichtweise der jeweils anderen Partei aufzubringen. Nur so kann eine nachhaltige und einvernehmliche Lösung gefunden werden.

Phase 4 - Lösungsoptionen

Hier werden Lösungsoptionen zu den unterschiedlichen Themen gesammelt und bewertet. Wird eine gemeinsame Basis gefunden, mündet diese in eine Abschlussvereinbarung.

Phase 5 - Abschlussvereinbarung

Die beschlossenen Vereinbarungen werden zusammengefasst und die Abschlussvereinbarung von allen Parteien unterzeichnet. Die Abschlussvereinbarung ist verbindlich und kann auf Wunsch bzw. bei Bedarf von den Rechtsberatern der Parteien vor Unterzeichnung geprüft werden.

Konflikte verdichten sich schnell zu streitigen Rechtsfragen, verhärteten Positionen und enden schließlich vor Gericht. Dort geben die Streitparteien die Kontrolle über den Konflikt und damit auch über das Ergebnis weitgehend aus der Hand. Wirtschaftliche, soziale oder gar emotionale Aspekte finden hier keine Berücksichtigung, da die juristische Sachbearbeitung ausschließlich fachgerecht erfolgt. Die Vorteile, die eine Mediation bietet, liegen klar auf der Hand:

- Hoher Selbstbestimmungsgrad, da die Entscheidung nicht durch Dritte erfolgt 

- Erfolg auf beiden Seiten: win-win-Situationen werden angestrebt

- Hohe Erfolgschancen für beide Seiten (Einigungsquote liegt bei ca. 80 bis 90 %)

- Angemessene Berücksichtigung der unterschiedlichen Standpunkte

- Hohe Flexibilität in der Organisation und Durchführung des Mediationsverfahrens

- Erzielung nachhaltiger Ergebnisse / eine weitere Zusammenarbeit und zukünftige Geschäftsbeziehungen sind möglich

- Reduzierung der Konflikt-Kosten und betrieblichen Ressourcen

- Steigerung der persönlichen und betrieblichen Produktivität

Eine Studie aus dem Jahr 2015 zur Entwicklung des Konfliktmanagements in den letzten 10 Jahren kommt zu folgenden Ergebnissen:

1. Innerhalb von 10 Jahren hat sich die Einsatzhäufigkeit von Mediadtion und Schlichtung annähernd verdoppelt.

2. Trotz der weitgehend unveränderten Einschätzung ihrer Vorteilhaftigkeit haben die außergerichtlichen Konfliktbearbeitungsverfahren mit Drittbeteiligung noch nicht die entsprechende Einsatzhäufigkeit erreicht. 

3. Der kompetente Umgang mit Konflikten wird zunehmend zu eiem festen Bestandteil zeitgemäßer Führung. Unternehmen erkennen zunehmend die Potentiale der außergerichtlichen Konfliktbearbeitung.

(Quelle: PWC-Studie "Konfliktmanagement in der deutschen Wirtschaft - Entwicklung eines Jahrzehnts", 2015)

Insbesondere für Unternehmen, deren Mitarbeiter sich häufig in konfliktbehafteten Situationen befinden, bietet es sich an, ein Konfliktmanagementsystem (KMS) einzuführen. Auch die pbr AG erarbeitet derzeit ein individuell auf das Unternehmen zugeschnittenes Konzept, das als Basis für eine strukturierte Herangehensweise an einen Disput dienen soll. Wichtige Bestandteile eines KMS sind u. a. der Conflict-Management-Codex, eine freiwillige Selbstverpflichtung der Geschäftsleitung zur außergerichtlichen Streitbeilegung, sowie Mediationsklauseln in Bau- oder Honorarverträgen und Schulungsangebote im Bereich Kommunikation und Konfliktprävention. Je eher das Konfliktpotential einer Situation erkannt wird und die Einleitung der erforderlichen Maßnahmen erfolgt, desto besser. Grundvoraussetzung für eine Übereinkunft ist dabei stets die Bereitschaft beider Parteien zur Einigung. Die Aufgabe des Mediators besteht während der Vermittlung insbesondere darin, die Konfliktparteien durch die verschiedenen Phasen der Mediation zu begleiten, indem er sich verschiedener Techniken bedient. Außerdem dokumentiert er die Ergebnisse der Mediation.

Zur Erprobung von Mediationstechniken bietet die pbr AG ihren Mitarbeitern interne Übungs-Workshops an. Darin werden Grundlagen der Mediation vermittelt und beispielhafte Fälle behandelt. So erhalten die Mitarbeiter erste Einblicke in Streitschlichtungsverfahren und können die Erkenntnisse bei Bedarf in eigenen Projekten anwenden.