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  • DZNE BIN Göttingen

    Neubau eines Forschungsinstituts

Neubau eines Instituts zur Alzheimerforschung

 

 

 

Etwa 1,4 Millionen Menschen leben gegenwärtig in Deutschland, die aufgrund von Demenz nicht mehr Herr über Gedanken und Erinnerungen werden. Und Tag für Tag werden es mehr. Neurodegenerative Erkrankungen, wie Alzheimer, stellen die Forscher auch heute noch vor besonders große Herausforderungen. In Göttingen steht ihnen seit September 2016 ein neues Forschungsgebäude zur Verfügung, das modernste Voraussetzungen bietet, um auf diesem Gebiet zu forschen und zu entwickeln.

Hier arbeiten das Center for Biostructural Imaging of Neurodegeneration (BIN) der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Standort Göttingen, eng zusammen. Die Unterbringung beider Einrichtungen in einem Gebäudekomplex unterstützt eine vernetzte Forschung auf sehr hohem Niveau. Das Forschungsgebäude ist auf dem Gelände der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) – Georg-August-Universität, die auch Bauherrin ist, entstanden.

Architektonisches Sinnbild für experimentelle Zusammenarbeit

Auf insgesamt 3.440 m2 Nutzfläche stehen den Forscherinnen und Forscher des BIN und des DZNE am Standort Göttingen und zukünftig die Funktionsbereiche experimentelle Forschung, theoretisches Arbeiten, Service- und Kommunikationsflächen zur Verfügung. Mit dem U-förmigen Grundriss des Gebäudes konnten die Architekten von pbr nicht nur die städtebauliche Prägung des Umfeldes stärken, sondern auch ein architektonisches Sinnbild für das Konzept der beiden Forschungseinrichtungen schaffen: So werden das BIN und das DZNE als eigenständige und für sich sichtbare Einrichtungen jeweils in einem der beiden Gebäudeflügel forschen, aber durch Kooperationsflächen verbunden sein. Die Kooperationsflächen im Mittelflügel mit Laboren, Spezial- und Seminarräumen stehen beiden Einrichtungen zur Verfügung. So muss keine Technik doppelt vorgehalten werden.

Schlichte Großform, feine Detailarbeit

Die prägnante U-Form des viergeschossigen Forschungsneubaus umfasst einen begrünten Vorplatz, der Mitarbeiter und Besucher zum Eingang leitet. Nähert man sich dem Gebäude, bemerkt man, wie sich die schlichte Großform in feine Detailarbeit auflöst:

Als Fassadenmaterial wurde beigefarbener Klinker verwendet. Dieser greift die bauliche Tradition der Umgebung auf und schafft in seiner zeitgemäßen Anwendung eine Verbindung zwischen Bestehendem und neu Gebautem. Gleichzeitig sorgen Robustheit und Langlebigkeit des natursteinhaft anmutenden Klinkers für geringe Unterhaltskosten bei nahezu gleichbleibendem Aussehen. Anthrazitfarbene Fensterbänder ordnen und rhythmisieren die Fassade über die vier Geschosse. Dabei erzeugen die Fensterbänder einen leichten wie auch lagernden Charakter. Teilweise über Eck laufend, verschmelzen sie die Fassadenseiten miteinander und erhöhen so die Plastizität und Spannung des Baukörpers. Fassadenprofilierungen im Klinkermauerwerk führen die Linien der Fensterbänder fort. Die aus der Fassade zurückspringenden Klinkerschichten wurden im Bereich des BIN im Farbton Grün, für den Bereich des DZNE im Farbton Blau glasiert. Auf diese Weise erfolgt nicht nur die klare Kennzeichnung der Forschungsbereiche, sondern es entsteht auch ein vielschichtiges und abwechslungsreiches Fassadenbild.

 

Enge räumliche Verflechtung bei größtmöglicher Flexibilität

Der Eingangsbereich des Forschungsgebäudes wird durch eine aus der Gebäudeflucht zurückspringende, geschosshohe Glasfassade markiert. Ein großzügiges Foyer, in dem Information und Wartebereich angeordnet sind, empfängt die Besucher. Angegliedert an das Foyer wurden die Kooperationsflächen der beiden Einrichtungen: Werkstatt, Kühllager und Service-Flächen der Ver- und Entsorgung.

Alle Geschosse erhielten prinzipiell eine gleiche Aufteilung. Vom Foyer ausgehend, befinden sich die Räume des BIN im linken Gebäudeflügel, rechtsseitig wurden die Räumlichkeiten des DZNE angeordnet. Die Raumaufteilung innerhalb der Gebäudeseiten ist einheitlich. Die Labore sind entsprechend der Nutzeranforderungen dimensioniert und ausgestattet.

Beide Nutzer organisieren ihre Forschungstätigkeiten in mehreren Forschergruppen mit wechselnder Zusammensetzung und Größe. Die Mitarbeiter wechseln den Arbeitsplatz häufig zwischen Labor und Büro. Daher ergab sich die Forderung seitens des Bauherrn nach einer hohen Nutzungsflexibilität einerseits, einer engen räumlichen Verflechtung der Arbeitsbereiche andererseits.

In den Zweibünden sind südseitig Labore, nordseitig die Büros und Diensträume angeordnet. Dabei verfügt der Forschungsneubau über biologische Labore, Chemiesynthese- und Zellkulturlabore. Im vierten Geschoss und somit vom internen Geschehen vollständig separierbar, liegen die Tagungs- und Konferenzräume. Mit mobilen Trennwänden ausgestattet, können sie flexibel genutzt werden.

Weltweit einzigartig

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen ist eines der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Bekämpfung der wichtigsten Volkskrankheiten eingerichtet wurden. An den neun Standorten des DZNE erforschen inzwischen über 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Prävention, Diagnose und Therapie von Erkrankungen des menschlichen Nervensystems mit dem Ziel, eine rasche Entwicklung neuer Therapien zu ermöglichen. Als eine der ersten Einrichtungen weltweit wird das DZNE am Standort Göttingen die Epigenetik von Hirnerkrankungen untersuchen und so herausfinden, wie genetische Veranlagungen das Risiko der Entwicklung einer Alzheimer Demenz beeinflussen.

Das Center for Biostructural Imaging of Neurodegeneration (BIN) ist eine wissenschaftliche Einrichtung der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Es befasst sich mit der funktionellen Bildgebung der den neurodegenerativen Krankheiten zugrundeliegenden Ursachen und der Neuentwicklung innovativer und zukunftsweisender Bildgebungstechniken. Der Forschungsschwerpunkt der am BIN beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler liegt in der Bildgebung zur Visualisierung molekularer, biochemischer und zellulärer Prozesse in neurodegenerativen Mechanismen und Signalwegen. Ihr Ziel ist es, die ursächlichen und regulierenden Vorgänge bei neurodegenerativen Erkrankungen aufzuklären. Den Forscherinnen und Forschern stehen vor Ort neu geschaffene Technologieplattformen zur Verfügung, die sie bei ihren auf Bilddaten und -analysen angelegten Experimenten unterstützen. Eine Vielfalt hochspezialisierter wissenschaftlicher Geräte, die für den Neubau beantragt worden sind, sollen unterschiedliche Einblicke in einen Organismus ermöglicht werden. Um die Ergebnisse der Grundlagenforschung in die medizinische Anwendung übertragen zu können, wird die vor Ort neu entstandene wissenschaftliche und infrastrukturelle Vernetzung genutzt.

Videos

Im Gespräch erläutern Prof. Dr. Silvio O. Rizzoli, Vorstandssprecher des Center for Biostructural Imaging of Neurodegeneration (BIN) in Göttingen, und Prof. Dr. André Fischer, Standortsprecher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Göttingen, wie sie als Forscher den Neubau des BIN/DZNE geprägt haben.


Gespräch mit Prof. Dr. Silvio O. Rizzoli


Gespräch mit Prof. Dr. André Fischer

Wir danken Prof. Dr. Silvio Rizzoli und Prof. Dr. André Fischer, dass sie sich die Zeit für das Gespräch genommen haben.

Beiträge über BIN/DZNE im Kunden- und Mitarbeitermagazin phase 10

Projektinformationen

Gesamtbausumme
27,5 Mio. € (brutto)
Flächen und Rauminhalte
NF 3.443 m²
BGF 7.549 m²
BRI 30.976 m³
Bauherr
Universitätsmedizin Göttingen (UMG)
Georg-August-Universität
Leistungen pbr
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