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  • Möser-Carré, Osnabrück

    Neubau eines Geschäfts- und Bürogebäudes

Neubau des Möser-Carrés in Osnabrück

Markante Neubauten prägen verdichtete Innenstadtsituationen zum Teil nachhaltig positiv. In Osnabrück ist das Büro- und Geschäftshaus Möser-Carré an einem Ort entstanden, an dem gesichtslose Gebäude ein über 50-jähriges Provisorium fristeten. Diese Zweckbauten ersetzten 1948 ein im Zweiten Weltkrieg zerbombtes Gebäude an der Ecke Möserstraße/Wittekindstraße. Von dem Neubau, der diese Übergangssituation beenden sollte, wurde die harmonische Integration in die heterogene Umgebung gefordert. Gleichzeitig sollte er aber auch eine städtebaulich markante Landmarke setzen. Nicht nur bautechnische Mängel und stadtgestalterische Argumente geben den Ausschlag für die bauliche Neugestaltung von Innenstadtflächen. Häufig machen gestiegene Anforderungen an die Flächennutzung einen Neubau notwendig.

Der Entwurf für das Möser-Carré ging aus einem 2002 durchgeführten, begrenzt offenen Realisierungswettbewerb der Sparkasse Osnabrück hervor. Mit dem Entwurf der pbr AG erreichte der Bauherr einen nahtlosen Anschluss des neuen Gebäudes an die Fassade der Sparkassenhauptstelle. Darüber hinaus wurde mit dem winkelförmigen Baukörper eine Verbindung zu den Gebäuden der Möserstraße hergestellt. Die betonte Eckposition des Möser-Carrés leitet ihre Dimensionen aus dem vis-a-vis gelegenen Kaufhaus ab. Die spannungsvoll gegliederte Kalksteinfassade mit ihren großzügigen Verglasungen im Erdgeschoss verleiht dem Möser-Carré ein freundliches Lächeln, das auch bei Dunkelheit strahlt. Das den Hof erschließende zweigeschossige Portal wirkt einladend, licht und luftig. Der optisch und akustisch von der Straßenkreuzung abgeschirmte Innenhof bietet einen attraktiven Platz für gastronomische Outdoor-Angebote.

Das auf dem Namen Möser-Carré getaufte sechsgeschossige Sparkassengebäude verfügt über 3.000 m² Bürofläche, verteilt auf die Obergeschosse zwei bis fünf. Im Erd- und ersten Obergeschoss befinden sich 600 m² für Einzelhandel und Gastronomie. Rechts und links vom repräsentativen Eingangsportal siedelten sich gut sichtbar für die Besucher ein Textileinzelhändler und ein Bistro an. Die Tiefgarage unter dem Gebäude bietet 50 Stellplätze.

Das sechsgeschossige Büro- und Geschäftshaus mit Tiefgarage und Keller besticht durch eine markante Gebäudespitze an der Ecke Möserstra0e/Wittekindstraße, die im Erd- und ersten Obergeschoss um rund fünf Meter zurückspringt und in der Tragwerksplanung eine besondere Herausforderung darstellte. Weil der Rücksprung nicht durch eine Stütze gestört werden sollte, waren Lasten aus dem Kragarm von über 600 t abzufangen. Der überkragende Gebäudeteil wurde an ein 50 t schweres geschosshohes Raumfachwerk aufgehängt, das im fünften Obergeschoss realisiert wurde. Während der Bauphase war ein massives Lehrgerüst aus Stahlträgern und -stützen erforderlich, um die Lasten aus den Geschossdecken aufzunehmen. Nach Fertigstellung des Raumfachwerks wurden die überkragenden Geschossdecken mit eingebauten Zugstangen gegen die Stahlkonstruktion vorgespannt. Die Lasten werden im Gebäudeinnern über Stahlverbundstützen und Bohrpfähle sicher gegründet.

 

 

 

 

Projektinformationen

Fertigstellung
12/2006
Gesamtbausumme
9,7 Mio. €
Flächen und Rauminhalte
NF 2.352 m²
BGF 6.221 m²
BRI 22.895 m³
Bauherr
Sparkasse Osnabrück
Leistungen pbr
Architektur
Technische Ausrüstung
Tragwerksplanung
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