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  • Paläon, Schöningen

    Neubau eines Forschungs- und Erlebniszentrums

Forschungs- und Erlebniszentrum Paläon beeindruckt mit einzigartiger Fassadenbeschichtung

„Streifenförmig schieben sich die brillierenden Fassadentafeln und Fensteröffnungen in den Himmel, mit der kraftvollen Dynamik eines geworfenen Speers, so scheint es“, schrieb der Fachverband Baustoffe & Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e. V. (FVHF). Aus der Nähe beeindruckt das Forschungs- und Erlebniszentrum paläon, dessen Schrägen und Verschneidungen an gegeneinander verschobene Erdschichten erinnern sollen, durch seine komplexe Geometrie und die präzise Ausgestaltung. Aus der Ferne entzieht es sich der Wahrnehmung, da sich auf der Fassade der Himmel und die umgebende Weidenlandschaft abbilden. Für diese einzigartige Fassadengestaltung wurde das paläon in Schöningen bereits im Jahr 2013 mit dem Deutschen Fassadenpreis für vorgehängte hinterlüftete Fassaden ausgezeichnet. Im Juli dieses Jahres erhielt das Forschungs- und Erlebniszentrum außerdem den von der Fachzeitschrift AIT ausgelobten Retail & Presentation Award.

 

Braunkohletagebau fördert älteste Jagdwaffen der Menschheit zutage

In den 1990er Jahren förderte der Braunkohletagebau des Landkreises Helmstedt ca. 300.000 Jahre alte Jagdwaffen zutage. Bei diesen handelt es sich um die so genannten „Schöninger Speere“, die ältesten Jagdwaffen der Menschheit. Der einzigartige Fund sollte Besuchern im Rahmen eines Ausstellungskonzeptes zugänglich gemacht werden. Am Ort der archäologischen Fundstelle ist deshalb das Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere entstanden. Entwurf und Realisierung des Gebäudes gehen aus einer Zusammenarbeit der pbr AG mit den Schweizer Architekten Holzer Kobler und den Landschaftsarchitekten Topotek 1 aus Berlin hervor.

 

Geschichte erleben

Auf einer Nutzfläche von 2.300 m² sind Ausstellung und Forschung im 2013 eröffneten Zentrum unter einem Dach vereint. Empfangen werden die Besucher in einem eindrücklichen, dreigeschossigen Foyer, dem Herzen des Gebäudes. Es ist Verteiler, Sammelpunkt und Aufenthaltsfläche zugleich. Durch seine Vertikalität ermöglicht es Blickbeziehungen zu allen Geschossen. Der Ausstellungsrundgang, der durch moderne Medientechnik geprägt ist, führt über eine räumlich markante, langgezogene Treppe auf die oberste Ebene zu den beiden großen Ausstellungsräumen. Diese bestechen durch ihre Multifunktionalität: Sie sind flexibel bespielbar und erlauben großflächige Inszenierungen, aber auch die freie Unterteilbarkeit in kleine Ausstellungseinheiten. Labore und Arbeitsräume der Forschung bilden einen wesentlichen Bestandteil und sind für Besucher sicht- und erlebbar.

Einzigartige Spiegelfassade nimmt das Bild der Landschaft auf

Die Spiegelfassade des Gebäudes stellt nicht nur gegeneinander verschobene Erdschichten dar, sondern nimmt zugleich das umgebende Bild der Landschaft auf. Das System der vorgehängten hinterlüfteten Fassade ermöglichte es, die Fassadenbekleidung in unterschiedlichen Schrägen anzuordnen. Wie aus einem Guss umlaufen schmale Aluminiumstreifen präzise die Ecken des gesamten sechseckigen Baukörpers. Die Fensteröffnungen wurden so angeordnet, dass sie einen visuellen Bezug zum Fundort bieten. Die Unregelmäßigkeit der einzelnen Plattenstreifen gelang durch zwei unterschiedliche Breiten und den schrägen Fugenverlauf. Mit dem Forschungs- und Erlebniszentrum paläon am Rande der Stadt Schöningen ist es auf außergewöhnliche Weise gelungen, Fassade, Geschichte, Ort, Landschaft und Mensch miteinander zu verbinden.

Projektinformationen

Fertigstellung
06/2013
Gesamtbausumme
15 Mio. € (brutto)
Flächen und Rauminhalte
NF 2.300 m²
BGF 4.090 m²
BRI 21.732 m³
Bauherr
Stadt Schöningen
Leistungen pbr
Gesamtplanung in ARGE
mit Holzer Kobler Architekten
und Topotek 1
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