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  • Zentrale Feuer- und Rettungswache Gelsenkirchen

    Neubau

Zentrale Feuer- und Rettungswache Gelsenkirchen

Nach 32 Jahren ist Deutschland in diesem Jahr wieder Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft. Der Sicherheitsaspekt spielt im Rahmen dieses Mega-Events eine bedeutende Rolle. Auch die Veltins-Arena in Gelsenkirchen gehört zu den Austragungsorten der WM-Spiele. Für die Überwachung der feuerwehrtechnischen Sicherheit im Stadion sind die Einsatzkräfte in der neu errichteten Feuer- und Rettungswache in Gelsenkirchen verantwortlich. Die zu den modernsten Brandbekämpfungszentren Deutschlands zählende Einrichtung liegt weniger als zwei Kilometer von der Veltins-Arena entfernt. Bereits seit Sommer 2005 ist die neue Wache in Betrieb und hat sich als leistungsstark und belastbar erwiesen. Die Planung der Technischen Ausrüstung der Feuer- und Rettungswache Gelsenkirchen hat die pbr Planungsbüro Rohling AG erarbeitet. Die Architekturplanung stammt von Böge Lindner Architekten.

Der zweigeschossige, fast quadratische Gebäudekomplex der Feuer- und Rettungswache umschließt einen großzügigen Innenhof. Die Fahrzeughallen und feuerwehrtechnischen Einrichtungen sind im Erdgeschoss angeordnet. Büros, die Leitstelle, Fortbildungseinrichtungen, eine Sporthalle und die Feuerwache befinden sich im Obergeschoss. Die Atemschutzübungsstrecke und die Technikflächen sind in einer kleinen Untergeschosszone zusammengefasst.

Der Aspekt des Energiesparens und des Umweltschutzes wurde bei der Planung der technischen Gebäudeausrüstung in vielfacher Hinsicht berücksichtigt.  So wurden eine thermische Solaranlage und eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach installiert. Zusätzlich wird das aufgefangene Regenwasser an verschiedenen Stellen im Gebäude verwendet.

Besucher finden an jeder Außentür eine Gegensprechanlage, die durch eine Direktwahl den Kontakt zu jedem beliebigen Teilnehmer im Gebäude über das Telefonnetz gestattet. So wird auf der einen Seite ein Maximum an Kommunikationsmöglichkeit erreicht, auf der anderen Seite werden hohe Sicherheitsstandards eingehalten. Sicherheit gewährt auch die Videoüberwachungsanlage der Zufahrten, Tore und des Hofinnenbereichs. Ein Nostrom- und ein USV-System garantieren eine dauerhafte Stromversorgung des Feuerwehrgebäude auch bei einem Stromausfall des Netzbetreibers.

Im Atemschutzübungsraum des Feuerwehrgebäudes lernen die Feuerwehrmänner auf einem Trainingsparcours mit Orientierungsstrecke die Bewegung unter Belastung durch das Atemschutzgerät. Um möglichst realistische Trainingsbedingungen zu schaffen, können zusätzliche akustische und visuelle Effekte erzeugt und der Raum eingenebelt werden. Eine leistungsfähige Lüftungs- und Entrauchungsanlage kann den Atemschutzübungsraum nach dem Ende der Übung schnell und gründlich lüften. Die Sicherheit der Trainierenden wird ständig zentral im Kontrollraum überwacht. Dafür stehen eine Wärmebildkamera sowie eine Telemetrieanlage zur physiologischen Kontrolle der Trainierenden zur Verfügung.

Ferner steht für die Feuerwehrmänner ein zusätzlicher Trainings- und Physiocontrol-Raum bereit, der mit Trainingsgeräten wie Endlosleitern, Stepper, Fahrrad- und Laufband-Ergonometer ausgestattet ist.

In der zum Atemschutzübungsraum zugehörigen Atemluftwerkstatt werden die Atemluftgeräte inklusive der Kleinteile gereinigt, getrocknet und gewartet. Prüfgeräte zur Kontrolle der Atemschutzmasken, Pressluftatmer und Schutzanzüge liegen vor.

Im stählernen Solitär des Brandübungshauses können mit einer gasbetriebenen Brandsimulationsanlage Brandherde und -situationen zu Übungszwecken realistisch nachgestellt werden. Sensoren registrieren, wie das Löschmittel von den Trainierenden auf die Brandattrappen aufgebracht worden ist. Anschließend erfolgt eine Auswertung der Beobachtungen in einem Leitrechner.

Das Herzstück der Zentralen Feuer- und Rettungswache ist die nach neuesten Erkenntnissen ausgestattete integrierte Leitstelle zur Disposition von Feuerwehr und Rettungsdienst. Die Disponenten erhielten ein modernes, ergonomisch und funktionell gestaltetes Arbeitsumfeld. Die Einsätze werden mit fünf höhenverstellbaren Touch-Screen-Arbeitsplätzen mit je vier TFT- Bildschirmen bearbeitet. Digitale redundant aufgebaute Notruf- und Funkvermittlungssysteme, Telekommunikationssysteme, die erforderliche Funktechnik, Alarmierungssysteme sowie  Großbilddarstellungen über Beamer- und Plasma- Technik sorgen für optimale Arbeits- und Überwachungsbedingungen rund um die Uhr. Für Großschadenslagen stehen insgesamt noch bis zu drei weitere Arbeitsplätze zur Verfügung. Die Wachen sind über modernste Videotechnik zur Wachenfernsteuerung an die Leitstelle angebunden.

Fertigstellung
06/2005
Gesamtbausumme
26,1 Mio € (brutto)
Flächen und Rauminhalte
BGF 14.014 m²
BRI 58.890 m³
Bauherr
Stadt Gelsenkirchen
Leistungen pbr
Technische Ausrüstung
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