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Forum am Dom
Energetische und bauliche Sanierung

Das Bistum Osnabrück ließ die Räume des Osnabrücker Seelsorgeamts und des Diözesanmuseums von der ARGE pbr AG und cba Luxemburg zum Forum am Dom sanieren und umgestalten. Um eine hohe Energieeffizienz zu erreichen, haben wir beim Forum am Dom einen abgestimmten Katalog von energetischen Maßnahmen realisiert. Dem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Konzept aus bauphysikalischen Maßnahmen und einer Energieversorgung mit Erdwärmenutzung ging eine modellhafte Studie zur Wärmeversorgung kirchlicher Liegenschaften voraus. Mittels eines Energie-Monitorings haben wir die Ergebnisse der Studie den Messwerten nach der Fertigstellung der Baumaßnahmen gegenübergestellt.

 

Für die Klimatisierung des Gebäudes bieten sich verschiedene Ansätze. In diesem Fall war die Klimatisierung des Museums im Sommer mit einer gleitenden Raumtemperatur geplant. Entgegen der Planung erfolgt sie jedoch mit einer konstanten Innentemperatur. Überschlägige Ermittlungen ergaben, dass der jährliche Mehrverbrauch für die Kälteerzeugung nahezu vernachlässigbar ist. Denn nach der Klimatabelle käme die Gleitung der Raumtemperatur nur in wenigen Stunden zum Tragen. Je nach Außentemperatur schaltet das Wärme- und Kühlsystem zwischen Kühl- und Heizleistung um. Die Regelung der konsequenten Umschaltung zwischen Vorrang der Wärmeversorgung und Vorrang der Kälteversorgung mit Verriegelung einzelner Anlagenteile musste nachgearbeitet werden. Zu beachten ist, dass die Regelung in einem Regelkonzept detailliert beschrieben und die Zusammenhänge der Regelkomponenten eindeutig herausgearbeitet wurden. So liegen dem Regeltechniker klare Anforderungen zur Programmierung vor. Die Betriebsverhältnisse müssen immer wieder mit den Anforderungen im Regelkonzept abgeglichen werden. Bestandsge­bäude bieten zum Teil zu beengte Platzverhältnisse, um neue Gebäudetechnik einzufügen. So musste die komplizierte hydraulische Anordnung in der Technikzentrale auf engstem Raum installiert werden. Das führte zunächst dazu, dass der Kaltwasser-Pufferspeicher nicht im richtigen hydraulischen Zusammenhang eingebunden war. Weiterhin gab es nur wenige gerade Strecken für die optimale Anordnung von Fühlern und Zählern. Daraus resultierten teilweise ungenaue Messwerte. Das Monitoring führt auch zu dem Ergebnis, dass eine umfassende liegenschaftsbezogene und integrierte Betrachtung in einer frühen Planungsphase das Gesamtergebnis der Sanierung bzw. die Neuerrichtung einer Energieversorgung erheblich verbessert. Die Raumtemperatur in der Technikzentrale für die Energieversorgung ist durchgehend sehr hoch aufgrund der Abstrahlungen aus Wärmepumpen und Abgaswegen. Inzwischen sind Wärmepumpen mit Brennwerttechnik zur Reduzierung der Abgastemperatur und Erhöhung der Effizienz erhältlich.

Für zukünftige Projekte bestätigte das Monitoring: Die Sanierung und Erneuerung der Wärme- und Kälteversorgung sollte mit der baulichen Sanierung einhergehen. Hier bieten sich die größten Möglichkeiten, um Strukturen an ein neues Heiz- und Kühlsystem anzupassen.

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