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  • Laserlabor der Hochschule Mittweida

    Neubau eines Laserinstituts

Neubau des Laserlabors der Hochschule Mittweida

Im 151. Jahr ihres Bestehens erhält die Hochschule Mittweida mit ihrem neuen Forschungsinstitut einen Leuchtturm, der Bestätigung und Herausforderung zugleich ist. Mit dem neuen Institutsgebäude kann die Hochschule ihrem Exzellenzbereich in Zukunft ideale Bedingungen für die Forschung  bieten und damit ihre internationale Sichtbarkeit noch weiter erhöhen. Im September 2016 wurde das Gebäude an den Nutzer übergeben, mit dem Semesterstart im Oktober 2016 haben die rund 60 wissenschaftlichen Mitarbeiter des Instituts ihren Dienst im neuen Forschungsgebäude aufgenommen.

Führende Forschungseinrichtung im Bereich Lasertechnik

Mit weltweit anerkannten Forschungsergebnissen gehört das „Laserinstitut Hochschule Mittweida“ (LHM) zu den führenden Forschungseinrichtungen im Bereich der Lasertechnik in Deutschland. Schwerpunkte liegen in der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung in den Bereichen Lasermikrobearbeitung, Laserpulsabscheidung, Lasermakrobearbeitung und Photonik. Aufgrund der über 40-jährigen Erfolgsgeschichte entschied der Bund auf Empfehlung des Wissenschaftsrates, sich an der Finanzierung des Institutsneubaus im Rahmen der Förderung von Forschungsbauten zu beteiligen. Damit ist die Hochschule Mittweida eine von drei Fachhochschulen in Deutschland, die in das Förderprogramm für Wissenschaft und Forschung aufgenommen wurden.

Campus der Hochschule vervollständigt

Das dreigeschossige Institutsgebäude ist im südlichen Bereich des Hochschulareals oberhalb des ebenfalls neu errichteten Zentrums für Medien und Soziale Arbeit (ZMS) entstanden. Über eine kompakte Bauweise und die äußere Erscheinung ist es den Architekten von pbr gelungen, eine Verbindung zwischen dem Neubau und dem ZMS herzustellen und den Campus der Hochschule im Zentrum der Stadt Mittweida optimal zu vervollständigen. Dabei erstreckt sich der Campus in nördliche Richtung. Im Zentrum steht der neu gestaltete Technikumsplatz während das LFZ gemeinsam mit der Sporthalle die südliche Grenze des Hochschulareals bilden.

Gestaltprägender Klinker und Glas im Wechselspiel

Mit der Fassade des neuen Forschungsgebäudes stellten die Architekten einen Bezug zu zwei wesentlichen Komponenten in der Umgebung her: Zum einen interpretiert sie das in der Stadt und der unmittelbaren Umgebung häufig auftretende Motiv der Klinkerfassade. Zum anderen korrespondiert der Neubau auf diese Weise mit der Fassadengestaltung des ZMS. Der Eingangsbereich des Laserinstituts wird durch den eingeschossigen Baukörpereinzug entlang der Nordseite klar gekennzeichnet. Die verglaste Front lässt vielfältige Ein- und Ausblicke zu und gewährleistet ein hohes Maß an Tageslicht im gesamten Erdgeschoss. Im ersten Obergeschoss erfährt diese gläserne Front eine plastische Durchbildung in den Außen- und Innenraum. Der aus der Gebäudeflucht herausragende gläserne Kubus aus hellem Betonwerkstein bildet einen Blickfang und akzentuiert zusätzlich den Haupteingang. Anthrazitfarbene Fensterbänder, bestehend aus Fensteröffnungen und Blindelementen aus Betonfertigteilen, gliedern das Forschungsinstitut innerhalb der Geschosse. Nach Süden, Osten und Westen sind diese mit einer außenliegenden, in die Vorsatzschale integrierten Verschattung ausgestattet.

 

Besondere Aufenthaltsqualität durch Transparenz

Über den Haupteingang betreten Besucher und Mitarbeiter das großzügige und kommunikative Foyer, von dem aus das logisch aufgebaute Flursystem eine einfache Orientierung ermöglicht. Im Bereich des Haupteingangs befindet sich ein lichtdurchflutetes Atrium. Durch dieses werden nicht nur die Verkehrswege, sondern auch das Foyer großzügig belichtet. Hinsichtlich der Transparenz und visuellen Kommunikation bietet das Forschungsinstitut auf diese Weise eine ganz besondere Aufenthaltsqualität. Die vertikale Erschließung erfolgt über vier Treppenhäuser, die in den Gebäudeecken angeordnet sind. Ein Aufzug gewährleistet eine barrierefreie Erschließung aller Ebenen.

 

Kurze Wege für optimale Arbeitsabläufe

In seiner Struktur wird der Neubau im Wesentlichen von funktionalen Aspekten bestimmt, so dass im Erdgeschoss in zentraler Lage ein etwa 520 m2 großer Bereich mit fünf Laboren für die Forschung an Lasermakroprozessen, Lasernano- und mikroprozessen entstanden ist. In diesem Bereich sind hohe Traglasten zu verzeichnen, so dass eine schwingungsfreie und wirtschaftliche Anordnung im Obergeschoss nicht hätte gewährleistet werden können. Im ersten Obergeschoss sind neben Laseranlagen fünf klimatisierte Labore für die Lasermesstechnik, die Ultrakurzpulsmaterialbearbeitung organischer Dünnschichtsysteme und Labore zur Entwicklung von Laserkomponenten angeordnet. Um den Mitarbeitern kurze Wege zu ermöglichen, wurden den Laboren experimentelle Arbeitsplätze und Werkstätten für Elektrotechnik und Feinmechanik angegliedert. Im Norden und Westen wurden zudem Arbeitsräume situiert, die eine optimale Verbindung und Kommunikation zu den Forschungsbereichen ermöglichen. Im zweiten Obergeschoss befinden sich neben einigen Laboren und einem Werkstattbereich vor allem Flächen der administrativen Büroarbeit und die technische Gebäudeausrüstung. Durch die Anordnung der Technikflächen wurde eine kurze und effiziente Leitungsführung zu den abnehmenden Funktionseinheiten gewährleistet.

 

Effektive und wirtschaftliche Betreibung

Eine wesentliche Entwurfsprämisse lag für die Architekten von pbr auf der effektiven und wirtschaftlichen Betreibung des Laserinstituts. Neben der Auswahl geeigneter Materialien und Baustoffe wird diese u.a. besonders an der konsequenten Umsetzung der kompakten Baumasse deutlich. Mit einem Hüllflächenverhältnis von 0,3 in Relation zum Bruttorauminhalt von 26.900 m3 liegt der Neubau deutlich unter den exemplarischen Vergleichswerten für Hochschulbauten. Ein weiterer Vorteil, den diese Konzentration bietet, ist die Erreichbarkeit aller Räumlichkeiten auf kurzem Wege und die sich daraus ergebenen Kommunikationsmöglichkeiten unter den verschiedenen Funktionsbereichen. Darüber hinaus konnten kostenintensive Verkehrsflächen minimiert werden. Als Heizung dient eine geothermisch unterstützte Gasheizungsanlage mit kontrollierter Lüftung und Wärmerückgewinnung.

Projektinformationen

Fertigstellung
09/2016
Gesamtbausumme
21,3 Mio. € (brutto)
Flächen und Rauminhalte
BRI 26.902 m³
Bauherr
Staatsbetrieb Sächsisches
Immobilien- und Baumanagement
Leistungen pbr
Architektur, Brandschutzplanung
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