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  • Entstaubungsanlage Bous

    Neubau einer Brückenkonstruktion

Neubau einer Brückenkonstruktion für das Stahlwerk Bous

Für den Einbau einer neuen Entstaubungsanlage wurde der  Bestand umfangreich untersucht und mussten unterschiedliche Ertüchtigungskonzepte entwickelt werden.

Die Auslegung der bisherigen Entstaubungsanlage auf dem Werkgelände der Stahlwerke Bous GmbH entsprach nicht mehr den aktuellen Standards hinsichtlich der Arbeitsbedingungen und der Abgabe von Emissionen, so dass diese durch ein neues Filtergebäude mit Gebläsehaus, Stahlschornstein und Pumpen-haus ersetzt werden sollte. Um die Absaugung eines größeren Volumenstroms zu ermöglichen, sollten außerdem eine Absaug-haube und Rohrleitungen durch größere Einheiten ersetzt und auf dem Dach der Halle aufgelagert werden. Der Entwurf des Anlagenbauers sah vor, die künftigen Mehrlasten in vertikaler Richtung und die zusätzlich anfallenden Horizontallasten in das bestehende Dachtragwerk der E-Ofen-Halle einzuleiten. Dadurch wäre das Tragwerk des Bestandsgebäudes aus den 1960er Jahren bis in die Gründung hinein erheblichen zusätzlichen Belastungen ausgesetzt worden, denen es ohne eine Verstärkung nicht standgehalten hätte. Anhand der archivierten Bestandsunterlagen sowie der aktuellen Konzeptüberlegungen des Anlagenbauers wurden zunächst aktuelle und künftige Belastungen aus der Entstaubungsanlage auf das Tragwerk der E-Ofen-Halle ermittelt und diverse Varianten zur Ertüchtigung der Dach- und Gesamtkonstruktion vorgestellt und diskutiert.

 

Betriebswirtschaftliche Lösung gefragt

Die aus tragwerksplanerischer Sicht machbare Lösung zur Ertüch-tigung des Bestandes über eine Verstärkung einzelner Tragglieder, dem Anordnen eines neuen Lagerbocks oberhalb der Putzhalle sowie den Austausch von Dachbindern und Unterzügen hätte voraussichtlich eine längere Stillstandzeit erfordert als vom Auftraggeber geplant, so dass von diesem Konzept Abstand genommen wurde. Nutzungsbedingt konnten keine zusätzlichen Stützen in die E-Ofen-Halle eingebracht werden. Letztlich kam nur eine vollständige Überbrückung der Bestandshalle und der angrenzenden Putzhalle in Frage, um den Großteil der Lasten der neuen Anlage abzufangen.

Brückenkonstruktion zur Lastenaufnahme

Die Bestandshalle blieb bis auf Verstärkungsmaßnahmen einzelner Fachwerkträger und Stützen weitgehend unberührt, da die neue errichtete Brückenkonstruktion mit 30 Metern Höhe, bestehend aus einem Primär- und einem Sekundärtragwerk, jetzt den Großteil der Lasten aufnimmt. So spannt die Primärtragstruktur über etwa 75 Meter und wird einmal zwischengestützt. In ihrer Breite variiert die Brückenkonstruktion zwischen 9,5 und 20,7 Metern. Der Grund hierfür liegt im vorgegebenen Verlauf der Rohre und der Herausfor-derung, Bereiche zur Gründung von Fundamenten außerhalb der E-Ofen-Halle zu finden. Neben verschiedenen Bestandsgebäuden be-hinderten sowohl Bestands-Leitungen und -Fundamente sowie nicht dokumentierte Überraschungen unterhalb der Sohle die Gründung der Konstruktion. Das Sekundärtragwerk der Brücke dient dazu, die Lasten aus Absaughaube und Rohrleitungen aufzunehmen und in das Primärtragwerk einzuleiten, während dieses die Tragfähigkeit und Standsicherheit der Brückenkonstruktion sicherstellt. Ein zusätzlicher Lagerbock nimmt darüber hinaus weitere Horizontallasten auf, um eine Überbeanspruchung des Bestandsgebäudes zu vermeiden. Die besondere Herausforderung bei diesem Projekt bestand darin, die Belange von Produktionsprozessen und Lieferverpflichtungen des Bauherrn sowie die parallel zum Planungsprozess fortgeschriebenen Anforderungen des Anlagenbauers mit möglichen baulichen Lösungen unter Berücksichtigung der Besonderheiten von Bestandskonstruktionen immer wieder abzustimmen und letztendlich final deren Umsetzung zu erarbeiten. 

Projektinformationen

Fertigstellung
02/2017
Gesamtbausumme
15,0 Mio. € (brutto)
Bauherr
Stahlwerk Bous GmbH
Leistungen pbr
Tragwerksplanung, Projektleitung,
Objektüberwachung
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