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  • Nettebad, Osnabrück

    Neubau eines Sport-, Erlebnis- und Freibades

Neubau des Sport- und Freizeitbades Nettebad

Im Stadtteil Haste setzt der Neubau des Nettebades eine lange Bade- und Schwimmtradition in Osnabrück fort. Ende der 90er Jahre wurde deutlich, dass das alte Nettebad, der Vorgängerbau aus den 70er Jahren, nicht mehr den Ansprüchen des modernen Freizeitverhaltens entsprach. Die Stadt Osnabrück lobte daher im Jahr 2000 in einer europaweiten Ausschreibung einen Architektenwettbewerb für den Neubau eines komplexen Sport- und Freizeitbades an diesem landschaftlich reizvollen Standort aus. Mit dem 1. Preis wurde die pbr Planungsbüro Rohling AG ausgezeichnet, die Anfang 2001 auch den Planungsauftrag erhielt.

 

 

Der Beginn der umfangreichen Baumaßnahmen wurde Anfang 2003 mit den Abbrucharbeiten des Altbestandes gemacht. Im März 2005 wurden die Arbeiten abgeschlossen, so dass das neue Nettebad, das zu den drei größten Sport- und Freizeitbädern Niedersachsens gehört, in Betrieb gehen konnte.

 

Wohlfühlen in natürlicher Atmosphäre

Natürliche Fassaden aus Holz sowie großflächige Glasanteile vereinen das Gebäude mit der gewachsenen Landschaft. Die Glasflächen bieten großzügige Ein- und Ausblicke. Eine lineare Erschließungsachse durchmisst die gesamte Schwimmbadanlage. Sie reicht von der PKW-Stellplatzanlage mit integrierter Busvorfahrt im Westen vorbei an einem „Fahrradpark“ bis zu den Liegewiesen im Osten. Als Gliederungselement ermöglicht diese Achse eine einfache Orientierung zum Bad hin, im Bad selbst und vom Bad weg. Konsequent setzt sich die natürliche Erscheinung der Gebäudehülle im Innenraum fort. Wand und Decke demonstrieren dabei in Farbigkeit und Materialität die Nähe zur umgebenden Netteaue.

 

Das Nettebad als Familien- und Freizeitbad

Die Bedürfnisse von Badegästen aller Altersgruppen finden im neuen Nettebad ein reichhaltiges Angebot. Im Familien- und Freizeitbad reicht das Spektrum vom Entspannen auf Sprudelliegen bis zu Rutschfahrten in der „Black Hole“-Erlebnisrutsche oder dem „Crazy River“. Das Angebot umfasst ferner das Essen und Trinken in einem farbenfrohen Freizeit- und Gastronomie-Bereich bis hin zu Kursangeboten im separaten „Aktivbecken“.

Ein beheizbares Ganzjahresaußenbecken bietet über zwölf Monate hinweg Badespaß im Freien. Das Schwimmen unter freiem Himmel findet zukünftig auch in den bestandsorientierten, neuen Becken des Freibades statt. Schwimmer, Nichtschwimmer und planschende Kleinkinder sind jeweils mit Wasserflächen versorgt. Neben diesem generalerneuerten Wasserangebot stehen ein Matschbereich, ein Wassergarten, ein Beachvolleyballfeld sowie eine große Liegewiese mit baumbeschatteten Teilflächen zur Verfügung.

 

Das Nettebad als Sportbad

Zu jeder Zeit ist das Sportbad thermisch und akustisch von den anderen Gebäudezonen getrennt. Es bietet dem Freizeit-Schwimmer und dem Profi-Sportler ein wettkampftaugliches 50-Meter-Sportbecken. Das Becken ist durch eine mobile Mittelwand teilbar. So ermöglicht es Schul- und Vereinssport mit hoher Belegungsfrequenz. Angegliedert an das Sportbad ist eine geräumige Umkleidezone mit eigenen Sanitäranlagen, die ausreichend Platz für Gruppen bietet und Schwimm-Sportveranstaltungen auf Landesebene ermöglicht.

Eine Sprunganlage mit 1-Meter-Brett und 3-Meter-Plattform rundet das Angebot ab. Eine Tribüne ist als erweiterter Beckenumgang für mehr als 200 Zuschauer angelegt und verspricht auch dem passiven Sportler ein kurzweiliges Schwimmbaderlebnis.

 

Das Nettebad als Wellnessbad

Um vielfältige Nutzungsoptionen zu realisieren, kann die Zuwegung zur Saunalandschaft sowohl separat unmittelbar aus dem Foyer erfolgen als auch aus dem Familien- und Freizeitbad. Somit ist allen Zielgruppen Rechnung getragen. Die auf zwei Ebenen angeordneten Einrichtungen für Wellness orientieren sich mittels großzügiger Verglasungen über den Saunagarten hinweg in die Netteaue.

Neben finnischem Saunabad-Erlebnis werden Themensaunen, Dampfbäder, eine Blockhaussauna, ein Warmluftbad, ein Soleaußenbecken und ein Naturbadeteich im Außenbereich angeboten. Die vielfältigen Schwitz-, Ruhe- und Massage-Angebote finden in dem vorgelagerten Garten eine sinnvolle Fortsetzung. Im Wellnessbad steht ebenfalls ein umfassendes gastronomisches Angebot im Inneren sowie bei entsprechender Wetterlage auch im Garten zur Verfügung.

 

Formen, Material und Farben

Zwei flache, an die lineare Erschließungsachse angefügte, gegeneinander verschobene große Rechteck-Teilbaukörper bestimmen die Kubatur des neuen Nettebades. Spannung, Disziplin und Trainingseifer erfüllen den einen Baukörper, während der andere Baukörper Entspannung, Erholung und Spiel ermöglicht.

Die lebhaften, spielerischen Überformungen mit Anfügungen, Durchdringungen und aufwendigen Oberlicht-Elementen im Familien- und Freizeitbad vermitteln dem bunten Treiben eine adäquate baukörperliche Entsprechung. Das monofunktionale Sportbad nimmt dagegen mit einer schlichten Geometrie und viel Tageslicht vorlieb. Durch die Verschiebung der Baukörper gegeneinander und die Erschließungsachse erhält auch das Freibad eine neue verbesserte, weil von der Vehrter Landstraße abgeschirmte und zur Netteaue hin orientierte Qualität.

Neben Glas und hellen Putzflächen ist Holz das Fassadenmaterial, das zum umgebenden Naturraum überleitet. Das Gesicht des unbehandelten Holzes reflektiert die Lebendigkeit der Natur seiner Umgebung. Es reagiert durch deutliche Ausdrucksänderung auf Sonne, auf Wasser und markiert auch durch sympathische Altersspuren seine Vergänglichkeit.

Über die großzügigen Verglasungsflächen strahlt der Außenraum geradezu ins Innere hinein. Das Landschaftspotenzial der Netteaue soll im künstlichen Innenraum des Bades seine Spuren hinterlassen. So orientieren sich Wand-, Boden- und Decken-Oberflächen in Farbigkeit und Materialität am Außenraum. Naturnahe Farben von Cremeweiß über Grün zu wässrigem Blau harmonieren mit goldbraunen Natursteinböden und Holzflächen.

Technik

Im neuen Nettebad sind die Flächen für die technischen Einrichtungen überwiegend dachseitig und unterhalb der Badeebene angeordnet. Im Schwimmbad-Keller sorgen Pumpen für die beachtliche Umwälzung von über 2.000.000 Liter Wasser pro Stunde. Die Pumpen leiten das Wasser durch modernste Filteranlagen, die durch innovative Verfahrenstechnik 40 Prozent Energie gegenüber herkömmlichen Filteranlagen einsparen können. Ein deutlich reduzierter Chlorverbrauch ist neben den eingesetzten Fotovoltaik- und Solarabsorberanlagen Beleg für den Anspruch, Freizeitspaß und Wassersport ressourcenschonend und ökologisch verträglich zu gestalten.

Projektinformationen

Fertigstellung
03/2005
Gesamtbausumme
24,7 Mio. € (brutto)
Flächen und Rauminhalte
BGF 18.000 m²
BRI 75.000 m³
Bauherr
Stadtwerke Osnabrück AG
Leistungen pbr
Architektur
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