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  • Schwimmoper, Wuppertal

    Sanierung eines Schwimmbads

Sanierung der Schwimmoper Wuppertal

Fehlen die Begriffe, um das Wahrgenommene zu erfassen, entstehen gelegentlich neue Bezeichnungen. So erhielt das Wuppertaler Stadtbad Johannisberg den Namen „Schwimmoper“, weil seine elegante Anmutung an die prunkvolle Architektur von Operngebäuden erinnert.

Aufgrund von Mängeln und veränderten Nutzungsanforderungen musste die Schwimmoper Wuppertal grundliegend saniert, modernisiert und erweitert werden. Das Ziel des Gebäudemanagements GMW der Stadt Wuppertal war, ein modernes Sportbad mit internationalen Standards zur Austragung von Schwimmwettkämpfen zu erhalten. Dazu benötigte das Bad eine 25 m-Bahn und Flächen für Wasserballveranstaltungen.

Gleichzeitig sollten die ergänzenden Nutzungen Fitness und Sauna in den Bestand eingefügt werden. Dem gegenüber stand die Forderung der Denkmalpflege, die geschützte Baustruktur und Bausubstanz weitestgehend zu erhalten. Der Eingangsbereich des Bades wurde komplett zurückgebaut und neu errichtet. Die Proportion und die Straßenflucht des ehemaligen Eingangsbauwerks wurden exakt rekonstruiert. Der Innenhof wurde überbaut und dient jetzt als zeitgemäßes Foyer mit behindertengerechter Erschließung des gesamten Gebäudes.

Das Schwimmbecken wurde um 90 Grad gedreht, um eine wettkampftaugliche 25 Meter-Bahn zu erhalten. Auf 10 Bahnen schwimmen Athleten nun parallel zu den beiden flügelartig angelegten Tribünen. Die ehemalige 10 m-Sprunganlage wich einer Hubwand, die das für den Wasserball notwendige 30 m-Becken auf eine Länge von 25 m für die Schwimmer begrenzt. Das hinter der Haupterschließung gelegene Bewegungsbecken wurde vergrößert sowie nach der technischen Sanierung und Abdichtung mit nachgefertigten Bildmosaiken wieder in den Originalzustand des Jahres 1955 zurückversetzt.

Die Ost- und Westtribüne mit insgesamt 1.550 Sitzplätzen wurden saniert und zur besseren Erschließung und Entfluchtung durch eine neue Galerie verbunden. Neu hinzugefügt wurden eine Saunalandschaft, ein Fitnessbereich und eine neue Gastronomie. Der Saunabereich ist im Ostflügel des Eingangsbereiches platziert. Die Front des an das Schwimmbad angefügten gläsernen Anbaus ist aus Sichtschutzgründen vollflächig transluzent mit einem Wasserwellenmotiv veredelt. Teil des Saunabereichs ist die sogenannte Salzgrotte mit Wandkacheln aus echten Salzsteinen. Der Fitnessbereich und Verwaltungsflächen sind im Westflügel untergebracht.

Die im Rahmen der Sanierung freigelegten Stahlbetonbinder der Hallenkonstruktion zeigte teilweise starke Schädigungen des Betons und des Stahls, u. a. verursacht durch das Fehlen einer effizienten Wärmedämmung. Die komplette Stahlbetonkonstruktion des Hallendaches wurde mit Ultraschall auf Fehlstellen untersucht. Da nicht nur das Hallendach, sondern auch die beiden angrenzenden Umkleideflügel mit vorgespannten Decken errichtet wurden, musste jeder Spannstahl sondiert und angezeichnet werden, um bei den notwendigen neuen Durchbrüchen das Zerstören der Spannkonstruktion zwingend zu verhindern. In Teilbereichen mussten die Deckend durch das Aufbringen von Spritzbeton und das Ergänzen von Bewehrung nachträglich stabilisiert werden.

Nach insgesamt fast fünfjähriger Planungs- und Bauzeit wurde die Schwimmoper Wuppertal im März 2010 wiedereröffnet. Welche Wirkung die Belebung einer historischen Immobilie haben kann, zeigt sich auch daran, dass die Schwimmoper heute z. B. für Filmvorführungen und Musikveranstaltungen genutzt wird.

Projektinformationen

Fertigstellung
03/2010
Gesamtbausumme
16,9 Mio. € (netto)
Flächen und Rauminhalte
BGF 9.650 m²
BRI 56.506 m³
Bauherr
GMW Gebäudemanagement
der Stadt Wuppertal
Leistungen pbr
Architektur
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