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  • Niedersächsisches Landesarchiv Stade

    Neubau eines Archivgebäudes

Neubau des Niedersächsischen Landesarchivs Stade

 

Nach der Umstellung auf die digitale Datenverarbeitung beschlossen die Landesregierungen Niedersachsens und der Freien Hansestadt Hamburg im Jahr 2009, ein gemeinsames Grundbuch- und Aktenarchiv zu schaffen. Die länderübergreifende Zusammenarbeit im Archivwesen stellt bundesweit bislang ein Unikum dar. Für die gesetzlich vorgeschriebene Aufbewahrung der Grundbücher und -akten Nordostniedersachsens und Hamburgs fehlten im alten, Mitte der 1960er Jahre entstandenen Niedersächsischen Landesarchivs Stade jedoch die räumlichen Kapazitäten. Auch wurden dort die heutigen Anforderungen zur sachgemäßen Aufbewahrung von Archivgut nur unzureichend erfüllt. Die Lösung bietet ein moderner Neubau mit einer klaren Grundrissstruktur.

50 Regalkilometer für das Archivgut der Bundesländer Hamburg und Niedersachsen

Neben den erforderlichen Kapazitäten und optimalen Bedingungen zum Schutz der Archivalien zeichnet sich der Neubau durch kurze Wege, eine hochmoderne Ausstattung, Transparenz und Nachhaltigkeit aus. Das neue Staatsarchiv Stade stellt sich als eine Komposition aus monolithischen Baukörpern im heterogenen Umfeld zwischen Bahngleisen, Industriebauten und Wohngebäuden unterschiedlicher Größe dar. Der Neubau versteht sich als Auftakt und Anker für die zukünftige Stadtentwicklung im Quartier rund um den Bahnhof. Sein äußeres Erscheinungsbild ist geprägt durch seine Ziegelfassade sowie Fenster- bzw. Pfosten-Riegel-Konstruktionen aus dunkelgrauen Aluminiumprofilen. Durch die roten Ziegel hat das Archiv ein für Stade ortstypisches Fassadenmaterial erhalten und fügt sich somit optisch in das Stadtbild ein. Darüber hinaus zeichnet sich das Material Ziegel durch Robustheit aus.Der Neubau gliedert sich in zwei Baukörper, das Magazingebäude und das vorgelagerte Gebäude für Öffentlichkeit/Verwaltung bzw. Archivtechnik. Durchdrungen werden die Gebäudeteile von einer zentralen Magistrale, die sich vom Eingangsbereich bis in das Magazin erstreckt. Die Baukörper bilden klar definierte Räume, den Anlieferungshof auf der Westseite zur Industriebahn und den größeren Hof mit Grünfläche vor den Lesesälen auf der Ostseite. Der Hauptzugang wird durch einen Vorplatz markiert.

Der großzügige, mit einer Glasfassade gestaltete Eingangsbereich öffnet sich bereits von außen dem Besucher und gibt den Blick auf das Eingangsfoyer mit seiner offenen Haupttreppe frei. Dieser Bereich ist auch für Ausstellungen geeignet.

Im Erdgeschoss befindet sich zudem ein teilbarer Lesesaal, der sich nach Norden zu einem begrünten Hof orientiert. Mit seiner im Raumkonzept integrierten, akustisch wirksamen Trennwand bietet er den Besuchern Raum und Ruhe zum Studieren von Dokumenten. Auch Veranstaltungen und Vorträge werden hier künftig stattfinden. Im ersten Obergeschoss befinden sich die für die Öffentlichkeit eingeschränkt zugängliche Verwaltung sowie multifunktionale Büro- und Produktionsräume. Hier findet auch die Bearbeitung von kontaminierten Archivalien statt.

Der Neubau gliedert sich in zwei Baukörper, das Magazingebäude und das vorgelagerte Gebäude für Öffentlichkeit/Verwaltung bzw. Archivtechnik. Durchdrungen werden die Gebäudeteile von einer zentralen Magistrale, die sich vom Eingangsbereich bis in das Magazin erstreckt. Die Baukörper bilden klar definierte Räume, den Anlieferungshof auf der Westseite zur Industriebahn und den größeren Hof mit Grünfläche vor den Lesesälen auf der Ostseite. Der Hauptzugang wird durch einen Vorplatz markiert.

Im dreibündigen Bereich für Archivtechnik, westlich der Magistrale, sind Anlieferung, Werkstatt und Archivalienaufbereitung untergebracht. Die Werkstatträume werden unter anderem zur Restaurierung und Trocknung von Archivgut genutzt. Das erste Obergeschoss beherbergt die übrigen Nutzungseinheiten, darunter eine Dienstbibliothek, Lagerräume und eine Reprowerkstatt zur Anfertigung von digitalen Reproduktionen. Im zweiten Obergeschoss befindet sich die Dienstwohnung des Haustechnikers.
Das Herzstück des Staatsarchivs bildet der fünfgeschossige Magazintrakt im Norden des Grundstücks. Von den Gebäudetrakten für Öffentlichkeit/Verwaltung und Archivtechnik aus ist er für die Mitarbeiter des Staatsarchivs über die Magistrale auf kurzem Wege zu erreichen. Eine besondere Herausforderung in der Planung des Magazins stellten die Anforderungen an Öffentlichkeit, Klima und Belichtung dar.

Seine passive Klimatisierung sorgt für ein sich selbst stabilisierendes konstantes Raumklima. So werden Betriebskosten gering gehalten und ökologische Maßstäbe im Sinne der Nachhaltigkeit gesetzt. Um die Archivalien vor schädlichem Tages- und Sonnenlicht sowie Wärmeeinstrahlung zu schützen, wurde auf Fenster verzichtet und der Zugang über Schleusen gestaltet. Die Oberflächen der Wände und Decken im Magazinbereich blieben unbehandelt, um die unterstützende Wirkung zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit voll auszunutzen. Um hinreichend Platz für das Archivgut beider Länder sicherzustellen, wurde das Magazingebäude mit einer Kapazität von 50 Regalkilometern ausgestattet. 20 Regalkilometer davon werden vom Staatsarchiv Hamburg genutzt. Diese wurden durch die Verlagerung der im Staatsarchiv Hamburg Wandsbek archivierten 21.000 Grundbücher und Grundakten benötigt.

Projektinformationen

Fertigstellung
03/2014
Gesamtbausumme
20 Mio. € (brutto)
Flächen und Rauminhalte
NF 7.190 m²
BGF 10.055 m²
BRI 37.590 m³
Bauherr
Staatliches Baumanagement
Osnabrück-Emsland
Leistungen pbr
Architektur
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